Badische Zeitung vom Samstag, 11. August 2007 

"Internationale Herzenssprache" Abo

Das Ensemble Safa aus Isfahan beim Festival Tamburi Mundi

Von unserer Mitarbeiterin Marion Klötzer

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Schon zum vierten Mal ist das Ensemble Safa aus der iranischen Partnerstadt Isfahan jetzt zu Gast in Freiburg, doch dieses Mal ist es für die mehrfach international ausgezeichnete Gruppe etwas ganz Besonderes: Bei dem von Murat Coskun initiierten und vom Kulturamt Freiburg unterstützten Trommelfestival "Tamburi Mundi" haben die Musiker nämlich die einzigartige Gelegenheit, mit Berufskollegen aus zwölf Ländern sechs Tage lang gemeinsam zu musizieren und sich auszutauschen.

Ob Workshop, Konzert oder Spontan-Session, bis jetzt sind die sieben Safas von diesen Begegnungen rundum begeistert: "Ich hätte nie gedacht, dass wir mit den Italienern so gut harmonieren: Eine so unterschiedliche Kultur — und doch der gleiche Rhythmus, dasselbe Temperament!" , schwärmt Mortaza Ghasemi, der im Ensemble die persische Bechertrommel Tonbak spielt. Und auch Sänger Malek Masoudi erzählt von berührenden Momenten einer "internationalen Herzenssprache, die über religiöse, kulturelle und sprachliche Grenzen hinaus funktioniert" . Dieser Brückenschlag ist auch erklärtes Ziel des 1997 von Hamid Sheikhbahaei gegründeten Ensembles, das seitdem vor allem in Amerika und Europa mit klassischer Sufi-Musik auf Tournee geht: Schließlich bedeutet "Safa" auf Deutsch Aufrichtigkeit und Liebe.

Doch nicht nur die Herzen kommunizieren derzeit im Alten Wiehrebahnhof, es wird auch jede Menge gefachsimpelt. So zeigt sich Daf-Spielerin Shekufeh Pariab vor allem fasziniert von all den raffinierten Techniken eine Rahmentrommel zu spielen: Über 240 verschiedene Variationen dieses archaischen Instrumentes findet man weltweit — und fast so viele Arten ihm Klänge zu entlocken.

Shekufeh Pariab ist mit ihren 25 Jahren das jüngste und einzig weibliche Ensemblemitglied und gehört damit zu einer neuen Generation professioneller Musikerinnen, die in den letzten Jahren im Iran verstärkt die Schellentrommel spielen. Umso spannender für sie, jetzt Trommler aus Irland, Marokko oder Brasilien zu erleben. Eine Erfahrung, die Murat Coskun gerne vertiefen würde: "Ich träume von einem regelmäßigen musikalischen Austausch Freiburg-Isfahan, bei dem sich die Musiker besuchen und in beiden Städten Konzerte und Workshops geben können" , erzählt der türkischstämmige Freiburger. Safa wäre da jedenfalls mit Freuden sofort dabei.
Konzert mit Safa: "Die Seitenwege der Seidenstraße" am Samstag, 11. August, um 20 Uhr in der Christuskirche.
Großes Finale aller Gruppen am Sonntag, 12. August, um 20 Uhr im Paulussaal.
Tickets: BZ Karten- Service.

 Badische Zeitung vom Donnerstag, 9. August 2007

Solobild Abo

Das ensemble safa aus Isfahan ist am Samstag beim Trommelfestival "Tamburi Mundi" zu Gast, im Konzert unter dem Titel "Die Seitenwege der Seidenstraße" in der Christuskirche um 20 Uhr. Eröffnet wird das Festival heute mit einem Konzert am selben Ort, ebenfalls um 20 Uhr. Karten für beide Abende gibt es für 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, im BZ-Ticketservice (FOTO: PRO)

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FOTO: promo

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Badische Zeitung vom Mittwoch, 8. August 2007 

Das globale Instrument Abo

Rahmentrommel-Festival "Tamburi Mundi" in Freiburg

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Es gibt sie in rund 240 Arten auf der ganzen Welt: Die Rahmentrommel ist ein globales Instrument. Allen Arten gleich ist, dass die Höhe des Rahmens kleiner ist als der Radius der Trommelfläche. "Alles, was flach aussieht, ist eine Rahmentrommel" , erklärt Murat Coskun.

Der Freiburger organisiert zum zweiten Mal ein internationales Festival für Rahmentrommler. Aus aller Welt reisen sie an. Allen voran der New Yorker Glen Velez, Star der Trommlerszene. Er tritt am Sonntag in einer Matinée mit der Sängerin Lori Cotler auf (11 Uhr im Paulussaal) und im Abschlusskonzert des Festivals (20 Uhr im Paulussaal). Irische Trommler sind am Freitag zu hören (20 Uhr in der Christuskirche) , am Samstagabend gibt es das Iran-Special "Auf den Seitenwegen der Seidenstraße" mit unter anderem dem Ensemble Safa aus Freiburgs Partnerstadt Isfahan (20 Uhr in der Christuskirche). Anschließend geht es zur Mystic Drum Night in den Stadtgarten (22.30 Uhr).

tst
 Badische Zeitung vom Dienstag, 7. August 2007 

Trommeln mit der Bodhrán und der Daf Abo

bz-interview: Murat Coskun veranstaltet zum zweiten Mal in Freiburg das Festival "Tamburi Mundi" / Konzerte ab Donnerstag

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Im vergangenen Jahr war Murat Coskun überrascht, auf welch großes Interesse sein erstes "Tamburi-Mundi" -Festival traf. Viele Freiburger hörten sich die Konzerte der Rahmentrommler aus verschiedenen Ländern an. Die zweite Ausgabe von "Tamburi Mundi" beginnt heute mit dem Kursprogramm, von Donnerstag bis Sonntag gibt es wieder öffentliche Konzerte — und eine "Mystic Drum Night" im Stadtgarten. Mit Coskun sprach Thomas Steiner.

BZ: Herr Coskun, Sie verwandeln Freiburg wieder für einige Tage in eine Trommlerstadt. Wie viele Teilnehmer kommen zu Tamburi Mundi 2007?
Murat Coskun: Es sind dieses Jahr mehr als letztes Jahr, so um die 110, die anreisen.
BZ: Was hat sich im Kursprogramm geändert?
Coskun: Wir haben zwei neue Länderschwerpunkte, die das Festival thematisch abrunden, das eine ist der Iran, der andere Irland. Dann haben wir nach wie vor Kurse, die sehr gut laufen: orientalische Rahmentrommeln und italienische Tamburello, da baut sich eine Kontinuität auf. Neu sind dieses Jahr auch die Tagesworkshops. Letztes Jahr kamen ganz viele Anfragen von Festivalbesuchern, vor allem nach den Konzerten, ob man das Trommeln nicht einmal selbst ausprobieren könnte. Dafür haben wir nun am kommenden Samstag verschiedene Angebote, auch zwei Kinderkurse.
BZ: Wer erst dieses Jahr Lust zum Selbertrommeln bekommt, kann sich noch anmelden?
Coskun: Einige Kurse sind schon recht voll, aber man kann sich noch spontan melden, wir haben dafür Flyer ausliegen und man kann bei uns anrufen. Es sind auch genug Dozenten beim Festival , dass wir noch Parallelkurse machen können.
BZ:
Am Freitag gibt es auch bei den öffentlichen Konzerten ein Irland-Special. Um welche Rahmentrommel geht es da?
Coskun: Die Bodhrán, das typische irische Trommelinstrument, vor allem was Tänze angeht, jigs and reels. Historisch gesehen ist die Rahmentommel irgendwann mal nach Irland gekommen, aber sie hat dort eine ganz eigene Entwicklung genommen. Das ist ein schöner Kontrast zu den persischen Rahmentrommeln.
BZ: Um welche Trommel geht es beim Schwerpunkt Iran am Samstag?
Coskun: Da haben wir vor allem die Daf und die Doire, zwei sehr ähnliche Rahmentrommeln. Das Besondere an ihnen ist, dass sie kleine Ringe haben, der Sound ist ganz prägnant. Und sie werden viel von den Mystikern eingesetzt um in Trance zu kommen.
BZ: Am Samstagabend wird es eine Mystic Drum Night im Stadtgarten geben. Kommen die Teilnehmer da auch in Trance?
Coskun: Das ist immer so eine Grenzsache, wenn man das anbietet. Es soll nicht in eine folkloristische Sache ausarten. Auf der anderen Seite denke ich, bestimmte Sachen kann man auch hier erspüren, bestimmte Schwingungen, Atmosphären, wie auch immer man das bezeichnen kann. Ob es in Trance übergeht, das ist natürlich ganz individuell. Die Mystiker haben auch eigene Techniken, da kommen Atemtechniken dazu, sie arbeiten viel mit Bildern und sie trommeln auch viel länger am Stück. Die Idee dieser Nacht ist aber vor allem, das Festival mal in die frische Luft zu verlagern, auch in eine Nacht atmosphäre mit Fackeln. Wir machen das ganz akustisch ohne Verstärkung, um einen anderen Flair reinzukriegen.
BZ: Wie lange dürfen Sie im Stadtgarten trommeln, da gibt es ja Nachbarn?
Coskun: Bis 0 Uhr haben wir die Genehmigung. Wobei wir natürlich froh sind, dass es überhaupt eine gegeben hat. Das war die Folge, dass wir uns letztes Jahr so brav verhalten haben.
BZ: Wieso brav?
Coskun: Wir haben ja diesen Trommelzug gemacht vom Alten Wiehrebahnhof in die Innenstadt. Die Auflage war, dass wir während des Laufens nicht trommeln dürfen, nur wenn wir irgendwo stehen bleiben und an einem Platz sind. Das war natürlich etwas albern, und ich hatte die Befürchtung, dass die Leute sich nicht dran halten, die Polizei ist auch mitgefahren. Aber tatsächlich haben alle sich dran gehalten und das wurde sehr positiv aufgenommen vom Ordnungsamt.
BZ: Wie ist es dieses Jahr beim Trommelzug am Sonntag?
Coskun: Dieses Jahr ist er nicht so lang, er fängt in der Stadt an und hört in der Stadt auf. Und wir dürfen die ganze Zeit trommeln.
BZ: Der künstlerische Höhepunkt vergangenes Jahr war das Konzert mit dem New Yorker Glen Velez. Er kommt dieses Mal mit der Sängerin Lori Cotler, was erwartet die Zuhörer da?
Coskun: Stücke, die sie teils selber komponiert haben, teils Einflüsse aus Indien. Loris Gesang kommt ursprünglich vom Jazz, hat aber auch viel "Konnakol" , das ist eine spezielle Rhythmus- und Silbenarbeit aus Indien, da ist sie Spezialistin.
BZ: Nicht nur Glen Velez kommt zum zweiten Mal, auch andere wie Rhani Krija. Ist Tamburi Mundi schon in der Szene etabliert?
Coskun: So richtig fängt das jetzt an, es hat sich rumgesprochen. Ich habe Mails aus Japan bekommen, die Leute haben es dieses Jahr nicht geschafft, wollen aber nächstes Jahr kommen. Glen Velez hat gesagt, er sei sehr überrascht gewesen, was für ein großes Interesse hier war, das hätte er noch nicht erlebt, bei den Konzerten, aber auch bei den Kursen. Bei ihm waren 70 Teilnehmer, er hat noch nie so intensiv mit so vielen Leute gearbeitet. Auch andere finden Tamburi Mundi zukunftsträchtig, weil es so was noch nicht gibt. Es gibt Frame Drummers Meetings, wo einige Leute teilnehmen und zwei Dozenten, aber dieser Öffentlichkeitsbezug wie hier fehlt. Wir schlagen die Brücke vom Fachkönnen zum Erleben.