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Für das iranische Ensemble Safa ist der Besuch in Freiburg diesmal etwas g
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Schon zum vierten Mal ist das Ensemble Safa aus der iranischen
Partnerstadt Isfahan jetzt zu Gast in Freiburg, doch dieses Mal ist es für die
mehrfach international ausgezeichnete Gruppe etwas ganz Besonderes: Bei dem von
Murat Coskun initiierten und vom Kulturamt Freiburg unterstützten
Trommelfestival "Tamburi Mundi" haben die Musiker nämlich die einzigartige
Gelegenheit, mit Berufskollegen aus zwölf Ländern sechs Tage lang gemeinsam zu
musizieren und sich auszutauschen.
Ob Workshop, Konzert oder Spontan-Session, bis jetzt sind die sieben Safas von
diesen Begegnungen rundum begeistert: "Ich hätte nie gedacht, dass wir mit den
Italienern so gut harmonieren: Eine so unterschiedliche Kultur — und doch der
gleiche Rhythmus, dasselbe Temperament!" , schwärmt Mortaza Ghasemi, der im
Ensemble die persische Bechertrommel Tonbak spielt. Und auch Sänger Malek
Masoudi erzählt von berührenden Momenten einer "internationalen Herzenssprache,
die über religiöse, kulturelle und sprachliche Grenzen hinaus funktioniert" .
Dieser Brückenschlag ist auch erklärtes Ziel des 1997 von Hamid Sheikhbahaei
gegründeten Ensembles, das seitdem vor allem in Amerika und Europa mit
klassischer Sufi-Musik auf Tournee geht: Schließlich bedeutet "Safa" auf Deutsch
Aufrichtigkeit und Liebe.
Doch nicht nur die Herzen kommunizieren derzeit im Alten Wiehrebahnhof, es wird
auch jede Menge gefachsimpelt. So zeigt sich Daf-Spielerin Shekufeh Pariab vor
allem fasziniert von all den raffinierten Techniken eine Rahmentrommel zu
spielen: Über 240 verschiedene Variationen dieses archaischen Instrumentes
findet man weltweit — und fast so viele Arten ihm Klänge zu entlocken.
Shekufeh Pariab ist mit ihren 25 Jahren das jüngste und einzig weibliche
Ensemblemitglied und gehört damit zu einer neuen Generation professioneller
Musikerinnen, die in den letzten Jahren im Iran verstärkt die Schellentrommel
spielen. Umso spannender für sie, jetzt Trommler aus Irland, Marokko oder
Brasilien zu erleben. Eine Erfahrung, die Murat Coskun gerne vertiefen würde:
"Ich träume von einem regelmäßigen musikalischen Austausch Freiburg-Isfahan, bei
dem sich die Musiker besuchen und in beiden Städten Konzerte und Workshops geben
können" , erzählt der türkischstämmige Freiburger. Safa wäre da jedenfalls mit
Freuden sofort dabei.
Konzert mit Safa: "Die Seitenwege der Seidenstraße" am Samstag, 11.
August, um 20 Uhr in der Christuskirche.
Großes Finale aller Gruppen am Sonntag, 12. August, um 20 Uhr im
Paulussaal.
Tickets: BZ Karten- Service.
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FOTO: promo
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Kommen nach Freiburg: Trommlerin und Trommler vom Ensemble Safa aus Isfaha
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Der Freiburger organisiert zum zweiten Mal ein internationales Festival für
Rahmentrommler. Aus aller Welt reisen sie an. Allen voran der New Yorker Glen
Velez, Star der Trommlerszene. Er tritt am Sonntag in einer Matinée mit der
Sängerin Lori Cotler auf (11 Uhr im Paulussaal) und im Abschlusskonzert des
Festivals (20 Uhr im Paulussaal). Irische Trommler sind am Freitag zu hören (20
Uhr in der Christuskirche) , am Samstagabend gibt es das Iran-Special "Auf den
Seitenwegen der Seidenstraße" mit unter anderem dem Ensemble Safa aus Freiburgs
Partnerstadt Isfahan (20 Uhr in der Christuskirche). Anschließend geht es zur
Mystic Drum Night in den Stadtgarten (22.30 Uhr).
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Der Gastgeber und seine Gäste: Murat Coskun, der Brasilianer Gilson de Ass
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Im vergangenen Jahr war Murat Coskun überrascht, auf welch großes
Interesse sein erstes "Tamburi-Mundi" -Festival traf. Viele Freiburger hörten
sich die Konzerte der Rahmentrommler aus verschiedenen Ländern an. Die zweite
Ausgabe von "Tamburi Mundi" beginnt heute mit dem Kursprogramm, von Donnerstag
bis Sonntag gibt es wieder öffentliche Konzerte — und eine "Mystic Drum Night"
im Stadtgarten. Mit Coskun sprach Thomas Steiner.
BZ: Herr Coskun, Sie verwandeln Freiburg wieder für einige Tage in
eine Trommlerstadt. Wie viele Teilnehmer kommen zu Tamburi Mundi 2007?
Murat Coskun: Es sind dieses Jahr mehr als letztes Jahr, so um die 110,
die anreisen.
BZ: Was hat sich im Kursprogramm geändert?
Coskun: Wir haben zwei neue Länderschwerpunkte, die das Festival
thematisch abrunden, das eine ist der Iran, der andere Irland. Dann haben wir
nach wie vor Kurse, die sehr gut laufen: orientalische Rahmentrommeln und
italienische Tamburello, da baut sich eine Kontinuität auf. Neu sind dieses Jahr
auch die Tagesworkshops. Letztes Jahr kamen ganz viele Anfragen von
Festivalbesuchern, vor allem nach den Konzerten, ob man das Trommeln nicht
einmal selbst ausprobieren könnte. Dafür haben wir nun am kommenden Samstag
verschiedene Angebote, auch zwei Kinderkurse.
BZ: Wer erst dieses Jahr Lust zum Selbertrommeln bekommt, kann sich
noch anmelden?
Coskun: Einige Kurse sind schon recht voll, aber man kann sich noch
spontan melden, wir haben dafür Flyer ausliegen und man kann bei uns anrufen. Es
sind auch genug Dozenten beim Festival , dass wir noch Parallelkurse machen
können.
BZ: Am Freitag gibt es auch bei den öffentlichen Konzerten ein
Irland-Special. Um welche Rahmentrommel geht es da?
Coskun: Die Bodhrán, das typische irische Trommelinstrument, vor allem
was Tänze angeht, jigs and reels. Historisch gesehen ist die Rahmentommel
irgendwann mal nach Irland gekommen, aber sie hat dort eine ganz eigene
Entwicklung genommen. Das ist ein schöner Kontrast zu den persischen
Rahmentrommeln.
BZ: Um welche Trommel geht es beim Schwerpunkt Iran am Samstag?
Coskun: Da haben wir vor allem die Daf und die Doire, zwei sehr ähnliche
Rahmentrommeln. Das Besondere an ihnen ist, dass sie kleine Ringe haben, der
Sound ist ganz prägnant. Und sie werden viel von den Mystikern eingesetzt um in
Trance zu kommen.
BZ: Am Samstagabend wird es eine Mystic Drum Night im Stadtgarten
geben. Kommen die Teilnehmer da auch in Trance?
Coskun: Das ist immer so eine Grenzsache, wenn man das anbietet. Es soll
nicht in eine folkloristische Sache ausarten. Auf der anderen Seite denke ich,
bestimmte Sachen kann man auch hier erspüren, bestimmte Schwingungen,
Atmosphären, wie auch immer man das bezeichnen kann. Ob es in Trance übergeht,
das ist natürlich ganz individuell. Die Mystiker haben auch eigene Techniken, da
kommen Atemtechniken dazu, sie arbeiten viel mit Bildern und sie trommeln auch
viel länger am Stück. Die Idee dieser Nacht ist aber vor allem, das Festival mal
in die frische Luft zu verlagern, auch in eine Nacht atmosphäre mit Fackeln. Wir
machen das ganz akustisch ohne Verstärkung, um einen anderen Flair
reinzukriegen.
BZ: Wie lange dürfen Sie im Stadtgarten trommeln, da gibt es ja
Nachbarn?
Coskun: Bis 0 Uhr haben wir die Genehmigung. Wobei wir natürlich froh
sind, dass es überhaupt eine gegeben hat. Das war die Folge, dass wir uns
letztes Jahr so brav verhalten haben.
BZ: Wieso brav?
Coskun: Wir haben ja diesen Trommelzug gemacht vom Alten Wiehrebahnhof in
die Innenstadt. Die Auflage war, dass wir während des Laufens nicht trommeln
dürfen, nur wenn wir irgendwo stehen bleiben und an einem Platz sind. Das war
natürlich etwas albern, und ich hatte die Befürchtung, dass die Leute sich nicht
dran halten, die Polizei ist auch mitgefahren. Aber tatsächlich haben alle sich
dran gehalten und das wurde sehr positiv aufgenommen vom Ordnungsamt.
BZ: Wie ist es dieses Jahr beim Trommelzug am Sonntag?
Coskun: Dieses Jahr ist er nicht so lang, er fängt in der Stadt an und
hört in der Stadt auf. Und wir dürfen die ganze Zeit trommeln.
BZ: Der künstlerische Höhepunkt vergangenes Jahr war das Konzert mit
dem New Yorker Glen Velez. Er kommt dieses Mal mit der Sängerin Lori Cotler, was
erwartet die Zuhörer da?
Coskun: Stücke, die sie teils selber komponiert haben, teils Einflüsse
aus Indien. Loris Gesang kommt ursprünglich vom Jazz, hat aber auch viel "Konnakol"
, das ist eine spezielle Rhythmus- und Silbenarbeit aus Indien, da ist sie
Spezialistin.
BZ: Nicht nur Glen Velez kommt zum zweiten Mal, auch andere wie Rhani
Krija. Ist Tamburi Mundi schon in der Szene etabliert?
Coskun: So richtig fängt das jetzt an, es hat sich rumgesprochen. Ich
habe Mails aus Japan bekommen, die Leute haben es dieses Jahr nicht geschafft,
wollen aber nächstes Jahr kommen. Glen Velez hat gesagt, er sei sehr überrascht
gewesen, was für ein großes Interesse hier war, das hätte er noch nicht erlebt,
bei den Konzerten, aber auch bei den Kursen. Bei ihm waren 70 Teilnehmer, er hat
noch nie so intensiv mit so vielen Leute gearbeitet. Auch andere finden Tamburi
Mundi zukunftsträchtig, weil es so was noch nicht gibt. Es gibt Frame Drummers
Meetings, wo einige Leute teilnehmen und zwei Dozenten, aber dieser
Öffentlichkeitsbezug wie hier fehlt. Wir schlagen die Brücke vom Fachkönnen zum
Erleben.