Badische Zeitung vom Mittwoch, 18. Juli 2007
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FOTO: Promo
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Freitag, 20. Juli
In Klammern die Ausweichspielstätten bei schlechtem Wetter.
Karten:
Schwarzes Kloster
(Winterer-Foyer, Stadttheater)
20 Uhr Arthur-Lepthien-Klavierwettbewerb
21.30 Uhr Fourtune-Ensemble
23 Uhr Granada - Trio Alhambra
Alte Universität
(Universitätskirche)
19.30 Uhr Tagebuch-Lesung I
21 Uhr Tagebuch-Lesung II
22.30 Uhr Aufwind
Rathaus
(Foyer Rathaus)
20 Uhr Seoul — Koreanische Musik
21.30 Uhr Akkordeon-Rezital
23 Uhr Matsuyama — Shamisen-Musik
Sparkasse, Haus zum Walfisch
(Altkatholische Kirche St. Ursula)
19.30 Uhr Ostwärts
21 Uhr Guildford — Bach & Brouwer
22.30 Uhr Geschichte des Soldaten
Basler Hof
(Mensa-Bar, Rempartstraße)
19.30
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Klänge im Innenhof(FOTO: PRO)
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Uhr Isfahan — Traditionelle Musik
21 Uhr Madison — Harmonius Wail
22.30 Uhr Raschèr Saxophone Quartet
Wentzingerhaus
(Wentzingerhaus)
19.30 Uhr Posaunen-Rezital
21 Uhr Sérénade à trois
22.30 Uhr Isai — Lieder des Südens
Historisches Kaufhaus
(Kaisersaal)
20 Uhr Russische Schule
21.30 Uhr Russische Schule
23 Uhr Haydn — La Fedeltà Premiata
Adelhausermuseum
(Adelhauser Kirche)
20 Uhr Russischer Chor
21.30 Uhr Seoul — Koreanische Musik
23 Uhr Lviv — Ukrainische Chormusik
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FOTO: Michael Bamberger
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Noch hält das Wetter: Die Freiburger Schüler-Jazzorchester im Basler Hof i
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Immer wieder geht der Blick nach oben. Riskiert man das Konzert im Innenhof
oder wählt man das Ausweichquartier? Beim "Raschèr Saxophon Quartet" hält das
Wetter nicht. Mitten in Bachs "Kunst der Fuge" fängt es an zu nieseln.
Regenschirme werden aufgespannt, Kapuzen hochgeschlagen. Tapfer spielen die vier
Musiker im Innenhof des Basler Hofes ihren Contrapunctus zu Ende, ehe sie dann
doch Schutz unter einer überdachten Seitenecke suchen. Das Publikum reagiert
pragmatisch: So leicht lässt es sich den Konzertgenuss nicht verderben. Schnell
werden die Stühle anders positioniert. Dann geht es weiter mit Barbara Thompsons
zweitem Saxophonquartett "From darkness into night" . Das Glockengeläut des
nahen Münsterturms klingt im langsamen Satz so stimmig, als sei es bewusst
hineinkomponiert. Und das Konzert des international renommierten Ensembles,
charmant moderiert von Altsaxofonist Elliot Riley, wird zu einem der vielen
Höhepunkte des Wochenendes.
In diesem Jahr stand das Freiburger "Fest der Innenhöfe" unter besonderen
Vorzeichen. Wegen des 550-jährigen Jubiläums der Universität legte das Kulturamt
den Schwerpunkt auf Musikgruppen aus den Partnerstädten. So konnten die vielen
Besucher in zwei Tagen eine musikalische Weltreise unternehmen — von Spanien
(Granada) in die Vereinigten Staaten (Madison), von Österreich (Innsbruck) nach
Japan (Matsuyama), von Italien (Padua) in den Iran (Isfahan). Und in dem intimen
Rahmen der Konzerte den weit gereisten Ensembles viel näher kommen als im
normalen Musikbetrieb. Da wurde das Publikum auch mal zur Übersetzungshilfe
eingespannt wie bei beim Konzert von Leio aus Besançon oder beim fulminanten
Auftritt von "Maui y los Sirenidos" aus Granada. Gleich zu Festivalbeginn am
frühen Freitagabend spielt ein Ensemble aus Isfahan in der Mensabar
traditionelle persische Musik. In sich kreisende Klänge einer Santur (eine Art
Hackbrett) verbinden sich mit dezenten Trommelschlägen zu einer meditativen
Musik, die die Zuhörer gefangen nimmt. Ein paar hundert Meter entfernt im
Innenhof des Rathauses macht ein fünfköpfiges Ensemble aus Seoul die
begeisterten Zuhörer mit traditioneller, virtuos gespielter koreanischer Musik
vertraut, im überfüllten Innenhof des Wentzinger Hauses spielen Karl Kaiser
(Flöte), Petra Müllejans (Violine) und Sonja Prunnbauer (Gitarre) ihre "Sérénade
à trois" zwischen den großen Sandsteinfiguren von Johann Christian Wentzinger.
Im Hintergrund plätschert ein Brunnen.
Wie jedes Jahr öffnen zum "Fest der Innenhöfe" auch die Museen ihre Türen. Im
Augustinermuseum gibt es stündliche Führungen durch die Sonderausstellung
"Flucht nach Ägypten" , das Archäologische Museum Colombischlössle ist den Tönen
auf der Spur — und bietet sogar die Möglichkeit, eine Flöte selbst zu basteln.
Dazu servieren die Mitarbeiter sinnigerweise gebackene Notenschlüssel. Bei den
Museumsnächten wird den Besuchern ein intimer Blick auf die Exponate ermöglicht.
Vermittlung wird groß geschrieben — auch und gerade für die ganz kleinen
Besucher wie bei der Kinderführung im Museum für Stadtgeschichte.
Am kühlen Samstagabend ist der Himmel durchgehend grau. Fast alle Konzerte
werden in die Ausweichquartiere verlegt, so dass auch Murat Coskun beim
zehnjährigen Jubiläum auf dem "Fest der Innenhöfe" zum ersten Mal seine
Rahmentrommeln nicht unter freiem Himmel spielen kann. Aber auch in der dunklen
Mensabar fasziniert er mit seinem beseelten, kreativen Spiel. Das Festival hat
mittlerweile solch eine musikalische Qualität, dass es auch ohne die besondere
Atmosphäre der Innenhöfe großen Reiz entfaltet. Wann und wo gibt es schon die
Möglichkeit, so viele unterschiedliche Musikstile auf engstem Raum erleben zu
können: traditionelle alpenländische Volkmusik aus Tirol in der
Universitätskirche, eine Haydn-Oper im Kaisersaal und traditionelle japanische
Musik vom zwanzigköpfigen Shamisen-Orchester aus Matsuyama. Über den Dächern von
Freiburg, in der Meckelhalle im vierten Stock der Sparkasse, geht das Festival
mit der französischen Band um den charismatischen Sänger und Akkordeonisten Leio
zu Ende. Die energiegeladene Musik steckt an. Barfuß steht Leio auf dem roten
Bühnenteppich, die Regenschirme liegen auf dem Fußboden: Der Sommer zieht ein.
Und der Blick geht nach unten auf die regennassen Dächer der Stadt.