Badische Zeitung vom Freitag, 27. April 2007 

"So viele Leute waren wir noch nie" Abo

DREI FRAGEN AN Volker Hartmann über Bürgerreisen in die Partnerstadt Isfahan

Bereits seine dritte Bürgerreise nach Isfahan hat Volker Hartmann, ehemaliger Leiter des Goethe-Instituts in Freiburg, hinter sich. Und er ist noch immer begeistert. Zusammen mit Moustafa El Kady vom Reisebüro für Bürgerreisen im Orient leitete er die Erkundungstour der Freiburger im Iran. Mit Volker Hartmann sprach Stephanie Rohde

BZ: Vor einigen Tagen ist die elfte Bürgerreise aus Isfahan zu Ende gegangen. Trauen sich die Freiburger vor dem Hintergrund der politischen Spannungen überhaupt noch, in den Iran zu reisen?
Hartmann: Ja, definitiv. Ich denke, man muss unterscheiden zwischen dem Bild Irans, welches in den westlichen Medien vermittelt wird; und dem Interesse an dem Land und seiner Kultur. Besonders durch die iran.com-Ausstellung konnten sich noch mehr Freiburger für den Iran begeistern, so dass wir auf dieser Bürgerreise die
38 Teilnehmer in zwei Gruppen aufteilen mussten. So viele Leute waren wir noch nie: In den vergangenen Jahren waren es durchschnittlich 20 Teilnehmer.
BZ: Wie aktiv sind die Menschen in Isfahan in der Beziehung zu ihrer Partnerstadt Freiburg?
Hartmann: Leider sind die Iraner nicht so aktiv wie die Deutschen in dieser Beziehung. Wir alle warten darauf, dass sich das ändert und die Leute in Isfahan auch häufiger Bürgerreisen nach Freiburg unternehmen. Zur Zeit ist es für die Iraner viel schwieriger als für uns, ein Visum zu bekommen. Daraus darf man allerdings nicht schließen, dass es sich nicht lohnt, die Kontakte aufrecht zu halten, ganz im Gegenteil: Wir wollen die Menschen in Isfahan ermutigen, uns in Freiburg zu besuchen.
BZ: Wenn Sie einen Reiseführer für Bürgerreisen in den Iran schreiben müssten, was würden Sie empfehlen und vor welchen Fettnäpfchen würden Sie die Leser warnen?
Hartmann: Ich würde jedem nahe legen, jede Gelegenheit zu nutzen, den Kontakt auch mit eher einfachen Menschen auf der Straße zu suchen. Ein konkretes Fettnäpfchen fällt mir nicht ein. Ich würde jedoch empfehlen, dass man Iranern stets höflich begegnen und Einladungen erst bei wiederholter Aufforderung annehmen sollte, um sicher zu gehen, dass sie ernst gemeint sind.

Im Oktober soll die zwölfte Bürgerreise nach Isfahan stattfinden. Bei Interesse schreiben Sie an buergerreisen@freiburg-isfahan.de. Infos unter Verweis in neuem Fenster öffnenhttp://www.bruecke-reisen.de